Am Meer
Horizont, Fläche,
Salz und Schnee.
MRRN begann mit einem Strand, den es in Mürren nie gab. «Am Meer» beginnt mit Horizont statt Höhe, Fläche statt Wand, Salz statt Schnee.
«Am Meer» ist eine Serie von Fotografien, Bildern, visuellen Untersuchungen innerhalb von MRRN. Entstanden ist sie aus einem Bruch. Aus der Bewegung weg von der Vertikalen der Berge hin zur Horizontalen des Meeres. Weg von Fels, Hang und Höhe hin zu Fläche, Wind, Salz und Wiederholung.
MRRN Plage ist ein imaginierter Strand in Mürren. Ein Wolkenmeer auf 1’650 m ü. Meer. Ein gedachter Küstenraum mitten in den Alpen. «Am Meer» verschiebt diesen Gedanken an einen realen Küstenraum zurück. Nicht als Reisefotografie, als Untersuchung von Material, Licht, Oberfläche und Orientierung.
Die Serie beschäftigt sich mit Gegensätzen, die bei genauerem Hinsehen beginnen, ineinander überzugehen: horizontal und vertikal, Salz und Schnee, Meer und Berg, Fläche und Wand, Rückstand und Überdeckung, Bewegung und Wiederholung.
Daraus entstehen Bilder, die weniger Landschaften zeigen als Systeme. Horizonte, die ihre Funktion verlieren. Salzablagerungen, die an Schneeflächen erinnern. Schneekristalle, die wie mineralische Strukturen wirken. Wasser, Luft, Nebel, Wind und Licht als formende Kräfte.
«Am Meer» untersucht, wie Räume Wahrnehmung verändern. Wie Material arbeitet. Wie Oberfläche Erinnerung speichert. Und wie sich dieselben physikalischen Prozesse in unterschiedlichen geografischen Räumen wiederholen.
Die Serie verbindet reale Fotografien, extreme Makroaufnahmen, abstrahierte Landschaften und illustrative Transformationen. Manche dokumentarisch, andere fast wissenschaftlich. Andere wiederum wie Druckfehler, Materialscans oder geologische Fragmente.
Der Strand erscheint darin nicht als Sehnsuchtsort, sondern als Arbeitsfläche. Der Berg nicht als Symbol, sondern als Gegenstruktur. Zwischen Meer und Mürren entsteht so kein Gegensatz mehr, sondern ein Spannungsfeld.
Ein Horizont. Und dahinter eine Wand.

