Creaturae
Geschöpfe der Bergwelt,
die hier nicht zu existieren scheinen
MRRN Creaturae ist eine visuelle und konzeptionelle Serie über jene Wesen, die nicht in die bekannten Kategorien der alpinen Landschaft passen.
MRRN Creaturae versammelt Erscheinungen, die im alpinen Raum fehl am Platz sind und sich dennoch mit Selbstverständlichkeit zeigen. Es sind keine Interventionen und keine Provokationen. Diese Geschöpfe drängen sich nicht auf. Sie stehen da, sitzen, verharren, tauchen auf. So, als wären sie immer schon Teil dieser Landschaft gewesen.
Creaturae interessiert sich nicht für zoologische Logik. Es geht nicht um Herkunft, Klima oder ökologische Plausibilität. Entscheidend ist allein der Moment, in dem Wahrnehmung und Ordnung nicht mehr deckungsgleich sind. Der Blick erkennt etwas, das der Verstand zurückweist. Genau in diesem Zwischenraum entfaltet sich die Serie.
Die Bergwelt von Mürren dient dabei nicht als Kulisse, sondern als Referenzsystem. Schnee, Fels, Wald und Weite bilden eine Ordnung, die tief verankert ist: kulturell, visuell, emotional. Creaturae greift diese Ordnung nicht an, sondern verschiebt sie minimal. Gerade so viel, dass sie sichtbar wird.
Die Geschöpfe dieser Serie wirken ruhig. Sie sind nicht dramatisch, nicht aggressiv, nicht grotesk. Ihre Fremdheit entsteht nicht aus Exzess, sondern aus Präzision. Sie sind zu gross, zu farbig, zu still, zu präsent. Oder schlicht am falschen Ort. Und genau deshalb glaubwürdig.
Creaturae bewegt sich bewusst jenseits von Illustration und klassischer Fotografie. Die Bilder behaupten keine Geschichte und keine Symbolik. Sie erklären nichts. Sie lassen Raum. Wer sie betrachtet, ist gezwungen, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen: Habe ich das wirklich gesehen? Oder nur geglaubt?
Die Serie folgt keiner linearen Erzählung, sondern einer inneren Ordnung. Einzelne Motive gruppieren sich zu Kapiteln, die unterschiedliche Formen der Irritation beschreiben. Flüchtige Erscheinungen ebenso wie manifeste Brüche. Mal wirkt das Gesehene wie ein Trugbild, mal wie eine Anomalie im System. In beiden Fällen bleibt etwas zurück: eine leise Verschiebung dessen, was als selbstverständlich galt.
MRRN Creaturae ist kein Kommentar zur Natur und keine Allegorie. Es ist eine Sammlung von Zuständen. Von Momenten, in denen sich zeigt, dass Ordnung nie absolut ist. Und selbst die vertrauteste Landschaft lässt Raum für das Unwahrscheinliche. Nicht als Ausnahme. Sondern als Möglichkeit.
Seekuh.
Flamingos.
Tigerkuh.
Elefanten.
Giraffe.
Gorilla.
Gnus.
Jaguar.
Krokodile.
Königspinguine.
Löwe.
Nashorn.
Papageien.
Steinadler.
Tiger.
Zebra.

