Studio
MRRN
Stimme, Klang, Rhythmus.
Gesprochenes Denken. Gedankliche Bewegung.
Aufnahmen aus Mürren. Ein Studio im ursprünglichen Sinn, in dem etwas ausprobiert, formuliert, gelesen, verhandelt wird. Etwas sichtbar machen. Rhythmus als Form von Denken.
Täuschung.
Auch der Winter kann tricksen. Er zeigt sich weiss, schweigt höflich und legt sich sanft über die Dinge. Und doch ist da etwas anders. In Mürren fiel kein Schnee. Es fiel Nebel, der beschlossen hatte, nicht mehr Nebel zu sein.
Winterferien.
In den Winterferien ist Mürren ein anderes Dorf. Dasselbe Panorama, dieselben Häuser, dieselben Berge. Aber es verschiebt sich etwas. Der Takt. Der Atem. Die Lautstärke. Mürren brummt, grölt manchmal. Und wundert sich dabei ein wenig über sich selbst.
Der Eiger gebärt die Wolken.
Manchmal wirkt es, als hätte der Berg beschlossen, selbst Himmel zu spielen. Dann hebt er an zu atmen, zu pressen, zu schaffen. Und plötzlich ist da etwas Neues in der Luft.
Hôrs-Saison.
Mürren atmet anders in diesen Tagen. Langsamer. Tiefer. Weicher. Die Hôrs-Saison liegt über dem Dorf wie eine zweite Schneeschicht. Sie dämpft die Geräusche, verlängert die Schritte, öffnet Räume, die in der Hochsaison immer schon belegt sind, bevor man überhaupt weiss, dass man sie gebraucht hätte.

