Congé de chaleur.
In mehreren Westschweizer Kantonen wurde in diesen Tagen der sogenannte «Congé de chaleur» ausgerufen. Zahlreiche Betroffene haben daraufhin den Weg nach Mürren gefunden.
Amtliche Mitteilung
Die Gemeinde Mürren informiert, dass sich derzeit eine erhöhte Anzahl Hitzeflüchtlinge im Dorf aufhält. Betroffen sind insbesondere Personen aus Genf, Lausanne, Montreux, Sitten, Bern, Basel, Zürich sowie weiteren Gebieten des Flachlands.
Die Anreise erfolgt meist mit Rollkoffern, Sonnenbrillen und dem festen Vorsatz, für einige Tage nicht zu schwitzen. Die Lage bleibt angespannt.
Während im Unterland Temperaturen von deutlich über dreissig Grad gemeldet werden, bewegen sich die Werte in Mürren weiterhin in einem Bereich, der von den Betroffenen als «vernünftig» bezeichnet wird.
Erste Ankommende wurden bereits dabei beobachtet, wie sie nach ihrer Ankunft mehrfach tief einatmeten und dabei Sätze äusserten wie:
«Ah.»
oder
«Endlich.»
Die lokalen Behörden sehen derzeit keinen Anlass zur Sorge. Die Versorgung mit frischer Luft bleibt gewährleistet. Auch Schatten steht weiterhin in ausreichender Menge zur Verfügung. Besonders gefährdete Personen halten sich bevorzugt auf Hotelterrassen, Wanderwegen sowie in der Nähe von Brunnen auf.
Der Aufenthalt erfolgt meist friedlich. Gelegentlich kommt es zu spontanen Äusserungen der Dankbarkeit gegenüber Wolken. Für die kommenden Tage wird mit weiteren Ankünften gerechnet.
Die Bevölkerung wird gebeten, den Neuankömmlingen mit Verständnis zu begegnen. Viele von ihnen haben Temperaturen überlebt, die unter normalen alpinen Bedingungen als unnötig gelten. Die Situation wird laufend beobachtet. Solange die Hitzewelle andauert.
Und solange Mürren über genügend Frischluftreserven verfügt.

