Mürren

mon Amour

Zwischen Höhenluft und Herz

Eine Liebeserklärung. An den Ort, das Leben in der Höhe. An Gedanken. Hier treffen Höhenluft, Herz und Horizont aufeinander. Zwischen Bergnebel und Klarheit über das, was bewegt. Innen wie aussen. Über Mürren als Idee, als Zwischenort, als Möglichkeit.

 
Wetter Daniel Frei Wetter Daniel Frei

Pollen.

Die Berge sind gestochen scharf. Die Augen vieler nicht.

Die Berge sind gestochen scharf. Die Augen vieler nicht.

Seit einigen Wochen verhält sich Mürren leicht aggressiv.

Die Wiesen stehen in voller Blüte. Auch die Aussicht.

Wanderer bleiben kurz stehen, niesen zweimal und gehen weiter.

Die Berge sind gestochen scharf.

Die Augen vieler Gäste nicht.

Bemerkenswert ist die Gleichzeitigkeit der Dinge. Das Dorf sieht momentan aus wie auf einem Tourismusplakat. Tiefblauer Himmel. Saftige Wiesen. Perfekte Fernsicht. Dazwischen hunderte Menschen, die versuchen herauszufinden, ob das Jucken vom linken oder vom rechten Auge ausgeht.

Die Gräser leisten ganze Arbeit.

Man sieht ihnen nichts an. Sie stehen friedlich oberhalb des Dorfes. Leicht bewegt vom Wind. Dekorativ. Gleichzeitig produzieren sie eine Atmosphäre, die man weder fotografieren noch besonders gut beschreiben kann.

Aber einatmen.

Der Sommer kündigt sich nicht nur durch Wärme an. Sondern auch durch Histamin.

Regen ist angekündigt.

Das Dorf blickt dieser Entwicklung mit einer gewissen Hoffnung entgegen. Die Gräser vermutlich weniger.

Bis dahin bleibt die Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau ausgezeichnet.

Die Sicht durch die eigenen Augen wetterabhängig.

 
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