Mürren mon Amour
Zwischen Höhenluft und Herz
Eine Liebeserklärung. An den Ort, das Leben in der Höhe. An Gedanken. Hier treffen Höhenluft, Herz und Horizont aufeinander. Zwischen Bergnebel und Klarheit über das, was bewegt. Innen wie aussen. Über Mürren als Idee, als Zwischenort, als Möglichkeit.
Tannengrün.
Die Farbpalette des Dorfes ist überschaubar. Braun. Grau. Verwittert. Und dann steht da dieses Haus.
Die Farbpalette des Dorfes ist überschaubar. Braun. Grau. Verwittert. Und dann steht da dieses Haus.
Mürren ist an und für sich kein bunter Ort. Holz vergraut hier langsam wie bestimmt. Dächer werden dunkler. Fassaden altern. Winter, Wind und Sonne hinterlassen gewollte Spuren. Die Farbpalette des Dorfes ist überschaubar. Braun. Grau. Verwittert. Und dann steht da dieses Haus. An der Flanke oberhalb des Dorfes. Früher Bellevue. Jetzt Drei Berge.
Tannengrün.
Nicht das Grün eines frisch gestrichenen Gartenzauns. Eher das Grün eines Waldes nach einem Regenschauer oder im Morgendunst. Als die Farbe zum ersten Mal auftauchte, wirkte sie beinahe fremd. Ungewohnt. Nicht laut. Ein Haus, das sich nicht versteckte.
Ich laufe fast täglich daran vorbei.
Das Interessante ist nicht die Farbe selbst. Interessant ist, was danach geschah. Das Auge gewöhnte sich daran. Langsam. Unbemerkt. Heute gehört das Haus zum Dorf, als wäre es schon immer dort gewesen. Und dann frage ich mich, ob gute Gestaltung genau das macht. Nicht Aufmerksamkeit erzeugen. Neue Selbstverständlichkeiten schaffen.
Die Berge haben sich dazu nie geäussert.
Eiger, Mönch und Jungfrau betrachten die Angelegenheit mit der ihnen eigenen Gelassenheit. Das Haus steht weiterhin da. Tannengrün. Oder ist es doch Moosgrün? Still. Und an manchen Tagen scheint es, als hätte Mürren eine zusätzliche Farbe erhalten.

