Mürren Mon Amour
Zwischen Höhenluft und Herz
Eine Liebeserklärung. An den Ort, das Leben in der Höhe. An Gedanken. Hier treffen Höhenluft, Herz und Horizont aufeinander. Zwischen Bergnebel und Klarheit über das, was bewegt. Innen wie aussen. Über Mürren als Idee, Projektion, Zwischenort, Möglichkeit.
Whale Watching.
Whale Watching in Mürren, aber die Tiere verhalten sich ausgesprochen scheu.
Whale Watching gibt es auch in Mürren. Die Tiere aber verhalten sich ausgesprochen scheu.
Man erkennt die Situation sofort: Ein paar Menschen stehen da. Andere kommen. Jemand hebt das Telefon. Jemand zeigt in die Ferne. Ein Kind schaut hin, wohin alle schauen. Dann stehen sie gemeinsam vor Schwarzmönch, Jungfrau, Mönch und Eiger und schauen.
Was genau ist nicht immer klar.
Vielleicht das Licht. Vielleicht eine Wolke. Vielleicht einen Gleitschirm. Vielleicht einfach die Berge. Es spielt keine Rolle, entscheidend ist mehr die Haltung: Man steht, man schaut, man arrangiert, man wartet. Beim Whale Watching wäre das der Moment, in dem jemand ruft:
Da!
In Mürren ruft selten jemand. Die Hauptattraktion bewegt sich nicht besonders schnell. Sie steht seit einiger Zeit ungefähr am selben Ort. Das macht aber die Beobachtung nicht weniger intensiv. Im Gegenteil.
Man fotografiert. Vergleicht Ausschnitte. Rearrangiert und -inszeniert. Schaut nochmals ohne Kamera. Dann wieder mit ihr, durch sie. Und bleibt dann doch länger stehen, als ursprünglich vorgesehen.
Bisher wurden keine Wale gesichtet.
Die Aussichten gelten trotzdem als ausgezeichnet.
Ich Walfisch.
Er war zuerst ein Gefühl. Dann ein Schatten. Dann ein Sujet. MRRN Plage «Walfisch» war, ist das erste Bild. Es ist ein Auftauchen.
Er war zuerst ein Gefühl. Dann ein Schatten. Dann ein Sujet. MRRN Plage «Walfisch» war, ist das erste Bild. Es ist mehr als ein Sujet. Es ist ein Auftauchen.
Ich Walfisch. Illustration: Daniel Frei
Es begann nicht mit einem Pinselstrich. Nicht mit einer Idee. Nicht einmal mit einer Absicht. Es begann mit einem Gewicht. Tief unten. Ein Walfisch in mir, vielleicht schlafend. Oder nur leise schwimmend, unter der Oberfläche. Mürren hat ihn geweckt.
Ich sass am Fenster. Blick auf die Wetterkante. Der Tag war still, als ob etwas wartete. Und dann, plötzlich: das Bild. Kein Walfisch zu sehen, aber da war er. Nicht im Himmel, nicht im Schnee, sondern dazwischen. Ich habe ihn gezeichnet. Oder er hat sich gezeigt. So wurde er sichtbar. Und ich habe ihn «Walfisch» genannt.
Nicht, weil er gross ist. Sondern, weil er alt ist. Weil er trägt. Weil er auftaucht, wenn man lange genug still bleibt. MRRN Plage «Walfisch» ist das erste Bild. Es hängt zwischen Kunst und Fundstück. Zwischen Plakatwand und Tagebuch. Man kann es kaufen. Natürlich. Aber eigentlich will ich, dass man es sieht.
Dass man sich fragt: Was schlummert in mir? Welcher Walfisch wartet auf Tauwetter? Hat der Walfisch Zähne, die man nicht sieht? Oder ist er handzahm, unverhofft sanft? Vielleicht ist dieses Bild (d)ein Anfang. Vielleicht ist es einfach schön. Vielleicht auch nicht.
Aber das ist doch gar kein Bild.
Alles okay.
Den Walfisch und die 99 anderen Motive aus der Reihe MRRN Plage hier entdecken.

