1. August.

Mürren trägt heute Schweiz.

MRRN: 1. August. Fotografie. Daniel Frei

An Balkonen, Hauswänden und Zäunen hängen Fahnen, Girlanden und andere Zeichen der Zugehörigkeit. Ob das Patriotismus ist oder Folklore, lässt sich von aussen weder beobachten noch entscheiden. Man muss es auch nicht.

Das Dorf: geschmückt.

Rot und Weiss an den Häusern. Kleine Fahnen in Blumenkästen. Girlanden über Eingängen. Stoff, Papier, Kunststoff. Die Schweiz in verschiedenen Formaten.

Manche Dekorationen hängen vermutlich jedes Jahr am selben Ort. Andere wurden eigens für heute hervorgeholt. Zusammen ergeben sie ein Dorf, das für einen Tag etwas deutlicher sagt, wo es liegt.

Oder wozu es gehören möchte.

Patriotismus ist ein grosses Wort. Folklore das etwas bequemere. In Mürren liegen beide nahe beieinander.

Die Fahne kann Bekenntnis sein. Gewohnheit. Gastfreundschaft. Dekoration. Erinnerung. Oder schlicht etwas, das am 1. August dazugehört, wie Feuer, Musik und der Geruch von Grilliertem.

Zugehörigkeit beginnt ohnehin selten mit einer klaren Überzeugung. Dafür mit Wiederholung.

Mit demselben Fest.

Denselben Farben.

Denselben Liedern, selbst wenn nicht mehr alle mitsingen.

Am Abend werden die Girlanden im Wind hängen, die Fahnen vor den dunklen Bergen leuchten und irgendwo wird jemand erklären, was die Schweiz ausmacht.

Das Dorf hat seine Antwort bereits aufgehängt.

Allenthalben.

Und ein wenig schief.

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Liebesspiel.