Regen.
Der Regen trommelt auf die Dächer von Mürren. Mit der Entschlossenheit der Dorfmusik beim Umzug durchs Dorf.
Der Regen trommelt auf die Dächer von Mürren. Mit der Entschlossenheit der Dorfmusik beim Umzug durchs Dorf. Es donnert. Er grollt. Der Blitz zuckt.
Die Wege glänzen. Die Geländer auch. Wieder. Auf den Fensterbänken sammeln sich kleine Bäche. Aus den Dachrinnen schiesst Wasser. Der Nebel hängt zwischen Berg und Haus.
Die Pollen erleben einen schwierigen Tag. Eine grandiose Niederlage auf ganzer Linie.
Wochenlang schwebten sie nahezu ungestört durch die Luft. Jetzt kleben sie an Fenstern, Autos, Terrassentischen und Wanderwegweisern. Vieles, was gestern noch unsichtbar war, läuft heute als braune Spur durch die Böden, über die Flueh, unausweichlich Richtung Tal.
Auch die Wiesen bekommen eine Pause. Der Boden war stellenweise bereits erstaunlich trocken für Ende Frühling, Anfang Sommer. Die Frühlingssonne hatte in diesem Jahr erneut Überstunden geleistet.
Jetzt aber riecht das Dorf wieder nach nassem Holz, Erde und Gras.
Die Jungfrau verschwunden. Auch der Schwarzmönch: Adieu.
Niemand stört sich daran. Nach den letzten Wochen wirkt die fehlende Aussicht erholsam.

