MRRN · Institutionen
No runway required.

MRRN
AERODROME

Alpine Airship PortMürren · Switzerland · 1’650 m

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MRRN · LOCAL TIME
Ankunftsplan des MRRN Aérodrome
HerkunftZeitStatus
Zürich09:40Approaching
Paris12:15Expected
London14:20Headwind
New York08:15Tomorrow
FLUGPLAN · WEATHER PERMITTING
Winterliche Vogelperspektive auf Sportchalet, Tennisplätze und den Anleger mit THE WHALE über der Fluhkante.
THE WHALE am winterlichen Anleger. Sportchalet Mürren und die Tennisplätze bleiben auf der Dorfseite, das Schiff liegt über dem Lauterbrunnental.
Der Luftschiffhafen
beim Sportchalet Mürren

An der Kante des Dorfes liegt ein Hafen. Hinter ihm das Sportchalet, vor ihm das Lauterbrunnental. Hier machen Luftschiffe fest. Ein Mast, ein Windsack, ein kleines Empfangsgebäude. Der grössere Teil der Anlage besteht aus Aussicht.

Eine Frage
des Geländes.

Die Geschichte des MRRN Aérodrome beginnt mit der Suche nach einem geeigneten Stück Boden. Ende der 1920er-Jahre möchte man Mürren an den Luftverkehr anschliessen. Das Dorf empfängt längst Gäste von weit her. Ihre Anreise besteht allerdings aus mehreren Abschnitten, verschiedenen Verkehrsmitteln und gelegentlich einer gewissen Entschlossenheit.

Eine direkte Verbindung erscheint wünschenswert. Eine Startbahn erweist sich als schwierig.

Die Suche führt schliesslich an die Mürrenfluh, an die talseitige Kante unterhalb des heutigen Sportchalets. Hier endet die Terrasse. Dahinter setzt sich der Raum grosszügig fort.

Für ein Luftschiff eine brauchbare Ausgangslage.

1929 entsteht die erste Versuchsstation: ein verankerter Mast, ein befestigter Zugang und ein hölzerner Unterstand für Menschen, Leinen und Dinge, die trocken bleiben sollten. Auf den frühen Unterlagen steht Mürren Airship Station. Die Einrichtung wird zunächst provisorisch bewilligt.

Das Provisorium bewährt sich.

Internationale
Verbindungen.
Ein Schalter.

1931 nimmt die Verbindung Zürich–Mürren den Betrieb auf. 1934 kommt London hinzu, 1936 die Strecke Paris–Mürren–St. Moritz. Aus der Versuchsstation wird ein Luftschiffhafen. Auf den Drucksachen erscheint nun MRRN AERODROME.

Der internationale Verkehr lässt sich vorerst an einem einzigen Schalter abwickeln. Ankünfte und Abflüge benutzen denselben Tisch, zeitlich versetzt.

Neben Reisenden kommen Briefpost, Koffer und ausgewählte Waren für die Häuser im Dorf an. Die Bodenmannschaft kennt einen beträchtlichen Teil der Empfänger persönlich. Bei unvollständiger Anschrift hilft Erfahrung.

Mit den Jahren werden Einrichtungen ergänzt, Beschläge ersetzt und neue Verbindungen in den Flugplan aufgenommen. Der Grundriss bleibt überschaubar. Für Erweiterungen steht vor allem der Himmel zur Verfügung.

Schematischer Situationsplan mit Sportchalet, Tennisplätzen, Zugang, Empfangshaus, Ankermast und Steg zur Gondel.
Vom Sportchalet führt der Weg an den Tennisplätzen vorbei zum Empfangshaus und weiter zum Steg. Situationsschema, nicht massstäblich. Zum Vergrössern antippen.

Der Anleger
an der Fluh.

Das Luftschiff nähert sich über dem Tal. Vom Dorf aus sieht man zunächst die helle Hülle, dann die Gondel und schliesslich die Menschen hinter ihren Fenstern. An der Kante wird festgemacht.

Zwischen dem Sportchalet und der Fluhkante liegen die Tennisplätze. Der Zugang zum Anleger führt an ihnen vorbei.

Der Anleger bildet den Übergang zwischen zwei sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Bodenhaftung. Die Passagiere treten hinaus und stehen wenige Schritte später auf einem Mürrener Weg. Das Gepäck folgt auf einem Wagen.

Am Mast sind die verschiedenen Jahrzehnte des Betriebs ablesbar: genieteter Stahl, erneuerte Verbindungen, jüngere technische Ergänzungen. Das kleine Empfangshaus enthält einen Schalter, eine Bank, eine Gepäckwaage und ein Fenster zum Tal. Daneben hängen Windsack und Windmesser. Das Wetterbuch wird von Hand geführt.

Es gibt Tage, an denen darin mehr steht als im Ankunftsbuch.

Blick aus dem hölzernen Empfangshaus mit Gepäckwaage und Wetterbuch zur Gondel der angedockten THE WHALE.
Ein Schalter, eine Bank, ein Fenster zum Tal. Draussen wartet THE WHALE.

Die landseitige
Adresse.

Im Lauf der Jahre wächst das Sportchalet in den Betrieb hinein. Zunächst findet die Mannschaft dort eine warme Mahlzeit. Später kommen Zimmer für Reisende hinzu, deren Weiterfahrt sich verschiebt. Wartende Gäste setzen sich ins Haus. Jemand stellt eine Frage zum Wetter. Jemand anderes schaut nach draussen.

So wird das Sportchalet zur landseitigen Adresse des Aérodrome.

Unten kümmert man sich um das Festmachen, oben um das Ankommen. Zwischen beiden Orten liegen ein kurzer Weg und eine eingespielte Zusammenarbeit. Bei längeren Aufenthalten erhält die Reise einen Zimmerschlüssel.

Die Verbindung ist auch in den Räumen sichtbar. Bilder, Reiseplakate und einzelne Spuren des Flugbetriebs gehören zur MRRN-Bildwelt im Haus. Man begegnet ihnen auf dem Weg durchs Sportchalet. Manche Destination beginnt im Treppenhaus.

Zwei Schiffe.
Viel unterwegs.

Heute ist das Aérodrome der Heimathafen von MRRN Air Ways.

HB-MRR · Das Flaggschiff

THE WHALE

THE WHALE · HB-MRR trägt den Wal auf seiner hellen Hülle. Die rote Heckflosse mit dem weissen Schweizerkreuz bleibt noch erkennbar, wenn das Schiff über dem Tal bereits kleiner wird.

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HB-MRC · Das Schwesterschiff

COSMOPOLIT

Sein Schwesterschiff COSMOPOLIT · HB-MRC trägt die Flaggen vieler Länder. Am Mürrener Anleger wirkt seine Hülle wie eine Weltkarte, die kurz festgemacht hat.

Beide gehören zu einer Gesellschaft mit einer grosszügigen Vorstellung von Reisezeit. Zürich liegt nahe, Paris etwas weiter. London hängt gelegentlich im Gegenwind. New York verlangt mehrere Etappen und einen entsprechend offenen Kalender.

Higher. Slower. Further.

MRRN Air Ways entdecken →

Der heutige
Betrieb.

Ein Flugtag beginnt mit Wetterbeobachtung und Funkkontakt. Die Bodenmannschaft bereitet den Anleger vor, stellt den Gepäckwagen bereit und übernimmt den Proviant. Erst wenn die Ankunft absehbar ist, versammeln sich die Reisenden.

Auf der Tafel wechseln Herkunft, Zeit und Status.

APPROACHING. MOORED. WEATHER PERMITTING.

Die Angaben werden nachgeführt. Der Himmel bleibt beweglich.

In unmittelbarer Nähe beginnt die Via Ferrata; neben dem Sportchalet liegt eine Absprungstelle für BASE-Jumper. Die Kante gehört zum gegenwärtigen Leben des Dorfes. Menschen bereiten sich vor, prüfen ihre Ausrüstung und warten auf den richtigen Augenblick. Am Aérodrome wartet man ebenfalls. Gelegentlich auf ein sehr grosses Schiff.

Nach dessen Abreise werden die Leinen versorgt, der Wagen zurückgeschoben und die nächste erwartete Ankunft eingetragen. Ein vergessener Handschuh bleibt vorerst am Schalter.

MRRN.

Vier Buchstaben stehen auf Gepäckanhängern, Streckenkarten und Ankunftstafeln.

Sie bezeichnen einen Ort auf 1’650 Metern, an dem ein Mast für internationale Verbindungen genügt.

Wer hier aussteigt, ist in Mürren.
Zum Sportchalet geht es gleich hinauf.

NO RUNWAY REQUIRED.

MRRN Aérodrome · Alpine Airship PortMürren · Switzerland · 1’650 m