Mürren Mon Amour
Zwischen Höhenluft und Herz
Eine Liebeserklärung. An den Ort, das Leben in der Höhe. An Gedanken. Hier treffen Höhenluft, Herz und Horizont aufeinander. Zwischen Bergnebel und Klarheit über das, was bewegt. Innen wie aussen. Über Mürren als Idee, Projektion, Zwischenort, Möglichkeit.
Winterfit.
In Mürren beginnt der Winter nicht mit dem ersten Schnee, sondern mit einem Termin beim Mechaniker.
Sommerzeit.
Die Uhr springt vor, der Kalender behauptet Fortschritt. In Mürren bleibt alles stehen. Schnee, Nebel, Wind. Die Berge schweigen. Sommerzeit ohne Sommer.
Pulver, gut.
Mürren, frühmorgens. Fünf bis acht Zentimeter Neuschnee über Nacht. Kein Alibischnee, sondern brauchbarer: pulvrig. Der Winter ist jetzt offiziell im Dienst.
Winterferien.
In den Winterferien ist Mürren ein anderes Dorf. Dasselbe Panorama, dieselben Häuser, dieselben Berge. Aber es verschiebt sich etwas. Der Takt. Der Atem. Die Lautstärke.
Grüne Weihnachten.
Kein Schnee. Stattdessen Gras, Moos, nasse Wege und eine Landschaft, die sich weigert, unsere inneren Postkarten zu bestätigen. Aber grüne Weihnachten in Mürren sind kein Mangel. Sie sind eine Zumutung. Und ein unerwartetes Geschenk.
Hôrs-Saison.
Die Hôrs-Saison liegt über Mürren wie eine zweite Schneeschicht. Sie dämpft die Geräusche, verlängert die Schritte, öffnet Räume, die in der Hochsaison immer schon belegt sind, bevor man überhaupt weiss, dass man sie gebraucht hätte.
Wenn es auf Bali regnet und in Mürren schneit.
Auf Bali beginnt die Regenzeit. In Mürren beginnt der Winter. Dort fällt Wasser in Tropfen, hier in Flocken. Beides dasselbe Element, in unterschiedlichen Aggregatzuständen, verschiedenen Temperaturen, verschiedenen Geschichten.

